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WATCHED THE WATCHMEN

Spoiler Warning! Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte nicht weiterlesen!

Ich muss vorausschicken, dass ich das Comic überhaupt nicht kannte und so den Film recht unvoreingenommen und erwartungslos sehen konnte.

Insgesamt fand ich besonders den ersten Teil recht zäh (es gibt eine Pause! 163 Min IMDB). Und das als Zuschauer, der ganz sicher nicht eine aufpeitschende Handlung braucht, die in einem atemberaubenden Tempo vorangetrieben wird. Die Gespräche wirken sicher auf Kenner der Charaktere ganz anders, da sie ihnen vertraut sind – dem Newbee fällt es schwer etwas Spannendes darin zu entdecken.

Der ganze Film ist fast schon überfüllt von Zitaten: Der „Good Luck, Mr. Gorsky“ Witz auf dem Mond (den im Kino keiner verstanden hat…), die Koyaanisqatsi Musik bei der Geschichte von Dr. Manhattan, die Blade Runner-Musik und -Atmosphäre bei Rorschach. Und das ist bestimmt noch nicht alles – es ist nur das, was mir oberflächlich aufgefallen ist. Ich frage mich, ob solche Zitate bewusst eingebaut worden sind, um unzählige Fanlisten zu provozieren, auf denen dann alle Anspielungen und Zitate verzeichnet sind – inhärentes Marketing sozusagen. Ich liebe Zitate und Anspielungen, wenn sie sparsam und der Story dienlich eingesetzt werden – hier kann ich das nicht erkennen…

Rorschach ist der interessanteste Charakter; seine Effekte und Skills sind passend. Und er ist das genaue Gegenteil des antiquierten Filmhelden, der erst 40 Minuten mit seinem Opfer verhandelt, bis er es tötet. Er geht direkt auf sein Gegenüber zu und handelt extrem brutal. Eines der Highlights ist der Spruch im Knast: „Nicht ich bin mit euch gefangen – ihr seid mit mir gefangen“. Einer der wenigen Lacher im Film. Der Film nimmt sich sowieso sehr ernst, was aber sicher an der Comic-Vorlage liegt.

Dr. Manhattan ist optisch wunderschön umgesetzt. Der Halo, der ihn umgibt und in dem leuchtender Staub wabert, ist einfach grandios. Und er wird erstaunlicher Weise nackt dargestellt, ohne dümmliche Tricks um sein „bestes Stück“ zu verbergen. Ansonsten habe ich mit „allmächtigen“ Personen per se so meine Probleme, die auch in diesem Film nicht gelöst werden.

Die Gewaltdarstellung ist schon recht starker Tobak, aber ich finde sie wird nicht unangenehm ästhetisiert, wie in manch anderen Filmen.

Für Watchmen- und Comic-Verfilmungs-Fans sicher ein Muss, für Normalsterbliche durchaus verzichtbar.

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10 Dinge, die mich an twitter und Social Media faszinieren

Ich möchte dem Gejaule der Social-Media-Kritiker etwas entgegensetzen und eine ganz persönliche und subjektive Positivliste zum Thema Twitter und Co. posten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit…


1. Mir ist kein Medium bekannt, mit dem es so einfach ist, Leute zu finden, die im Moment so ticken wie ich. Deren Meinung und die meine kann sich natürlich immer wieder ändern – wie im richtigen Leben auch – oder? Und wie im richtigen Leben kann ich dann, oder die Anderen, den Kontakt wieder abbrechen.


2. Diese Leute berichten über Dinge, die mich oft inspirieren – und ich bin dankbar dafür, dass es (hoffentlich) noch keinen TwitterKnigge gibt. Ja zur Banalität, ja zu Geistesblitzen, ja zu intellektuellen Flatulenzen – vielleicht ist das genau die Anregung für mich, etwas sehr wichtiges anzugehen. Woher kommt diese Sucht nach einer Qualitätszensur, die immer wieder nebulös gefordert wird?


3. 140 Zeichen sind genau richtig – wer nur eine Gehirnzelle oder mehr im Kopf hat, wird sofort merken, dass es diese Beschränkung im Grunde gar nicht gibt. Wer mehr zu sagen hat, schreibt einen kurzen Teaser und lässt sich ausführlich in seinem Blog darüber aus. Gerade die Beschränkung zwingt einen dazu, Gedanken auf den Punkt zu bringen.


4. Ich erhalte aktuelle Bilder und Informationen von Augenzeugen vor Ort – ungefiltert von einer Redaktion, ja, auch mit der Gefahr, dass nur Unfug geschrieben wird. Der rasende Reporter eines Egon-Erwin Kisch ist wiederauferstanden!


5. Ich finde aktuelle Information zu allen Themen, die ich suche. Diese Informationen auf Validität zu prüfen, bleibt mir auch bei allen anderen Medien nicht erspart!


6. Ich kann interessante Leute in meiner Umgebung finden. Mit Applikationen wie www.twittermap.de ist das leicht möglich.
Warum jemandem, der auf diese Art Kontakte knüpft (neben seinen RealLifeAktivitäten) oft eine soziale Störung unterstellt wird, kann ich nicht nachempfinden.


7. Ich stelle mehr und mehr fest, dass ich in Printmedien Dinge aus den verschiedensten Bereichen lese, die ich Netz schon längst gelesen habe. Und der Zeitraum vergrößert sich: waren es vor zwei bis drei Jahren noch 1-2 Tage voraus so sind es heute 1-2 Wochen oder mehr.


8. Interessante Leute können mich finden! Ich ahnte gar nicht, dass sich Leute für mich oder für die Dinge mit denen ich mich beschäftige auch interessieren. Ich habe meine Site schon seit 1995 im Netz – die ist aber bis heute sehr statisch (werde ich demnächst aber ändern) und ich habe eher wenig über mich mitgeteilt.


9. Ich kann kontrovers diskutieren. Es ist doch eigentlich viel interessanter mit Menschen zu diskutieren die NICHT meiner Meinung sind. Wenn eine „Streitkultur“ vorhanden ist kann das sogar sehr viel Spaß machen. Und bislang ist bei Twitter nicht das Problem von „Forum-Trollen“ über den Weg gelaufen…(Vielleicht haben die diese Medien allerdings nur noch nicht entdeckt…)


10. Die sehr eingeschränkten Möglichkeiten zur Gestaltung seiner Twitterpage. Die meisten Seiten und Hintergründe von Twitterern finde ich sehr gelungen. Hier muss ich MySpace klare Abzüge in der B-Note geben – wie grauenvoll die Seiten aussehen ist auch durch die Plattform selbst bedingt.


Außer Konkurrenz muss ich natürlich noch den FailWhale erwähnen. Normalerweise ist es ja so, dass sich die meisten Menschen ärgern, wenn ein Fehler am Computer oder im Internet auftritt. Wenn das aber so sympathisch wie mit dieser wundervollen Grafik geschieht, muss ich peinlicher Weise zugeben, dass ich mich jedes Mal freue, dem Wal und seinen Vöglein zu begegnen.

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