Kategorie-Archiv: paleo

re:publica14 – Into the body from Aimee-Sophie Hiltner, ‏@SophieHiltner

Auf dem #rehealth track auf @staged gab es um 10 Uhr Bewegung – zum Mitmachen.

rp14-sophie-hilner-3497

Aimee-Sophie Hiltner erklärte uns erst sehr anschaulich, dass unser Verhalten, unsere täglichen Bewegungen unseren Körper formen. Wenn wir also den ganzen Tag zusammengekauert am Rechner hocken, hat das Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat. Die gute Nachricht: man kann das wieder „wegbewegen“, wobei die Muskeln recht schnell drauf reagieren – die Knochen brauchen deutlich länger, sind aber eben doch anpassbar.

rp14-sophie-hilner-3516

Und dann endlich ein paar Übungen – und fast alle haben mitgemacht.

Ja, sogar als Aimee-Sophie fragte, ob noch mehr Inhalte oder mehr Übungen gewünscht werden, entschieden sich alle für Übungen 🙂

wand

 

Dann gab es noch die Superman-Haltung, die soll man vor Präsentationen etc. 2 Minuten lang machen, dann fühlt man(n) sich besser und der Testosteronspiegel steigt 🙂

rp14-sophie-hilner-3528

Danke für den schönen Vortrag, Aimee-Sophie – ich hoffe, die Präsentation und der erwähnte YouTubeLink finden zu mir 🙂

Minus 50kg – Tendenz fallend

Zwischenstand am 22. Juli 2014: Minus 66,7kg…
Zwischenstand am 12. Mai 2014: Minus 62kg…

Ende Januar 2013 kam ich frustriert vom Arzt: Mein Blutdruck war recht hoch – das kannte ich bisher nicht, obwohl ich schwer übergewichtig war. Ich hatte mir im Jahr davor jede Menge Dokus und Websites angesehen, in denen es um Steinzeiternährung ging. Mir war klar: ich MUSS was tun!

Also noch mal nachsehen, wie es geht.

Erstes Grundprinzip: Alles was Jäger und Sammler gegessen haben ist gut – alles was Ackerbau & Viehzucht hervorgebracht haben NICHT.

Aber was heißt das?

  • Kein Brot
  • Keine Getreideprodukte
  • Keine Milch
  • Keine Milchprodukte
  • Keine Hülsenfrüchte
  • Keine vorproduzierten Produkte
  • Keinen Zucker
  • Keinen Alkohol
  • Keine Nudeln
  • Keine Kartoffeln
  • Keinen Reis
  • Keine Erdnüsse (weil es eigentlich Erbsen und keine Nüsse sind…)
  • Keine Margarine
  • Keine Pflanzenfette (fast)
  • Keine Sojaprodukte
  • Keine Maisprodukte

An dieser Stelle kommt oft die Frage: Was kannst Du dann noch essen?
Sehr viel:

  • Fleisch, am besten von Grasfressern
  • Fisch, am besten aus der Nordsee
  • Olivenöl, Kokosöl
  • Gemüse
  • Obst in Maßen (auf den Zucker achten)
  • nicht raffinierten und gemischten Honig
  • Eier, Eier, Eier 🙂
  • Schokolade ab 80% Kakao-Anteil aufwärts, ebenfalls in Maßen

Wer es ganz genau wissen will, dem empfehle ich urgeschmack.de, Felix Olschewski beschäftigt sich seit mindesten fünf Jahren mit der Thematik und hat ein umfangreiches Video-Blog, das in der Regel keine Frage offen lässt – wenn doch kann man ihn auch anmailen…

Zweites Grundprinzip: Ich esse nur, wenn ich Hunger habe!

Klingt banal, oder? Auf den ersten Blick vielleicht, bei genauerer Betrachtung sieht es aber schon recht anders aus!
Wann habe ich Hunger? Nun, wenn der Körper mir signalisiert, dass er Nährstoffe haben will – im besten Falle habe ich genau darauf Appetit, was ich an Inhaltsstoffen brauche.
Und einer der Knackpunkte ist: wenn man die Paleo-Lebensmittel zu sich nimmt, wird man richtig satt. Und das oft über lange Phasen des Tages hinweg.
Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Ich esse extrem unregelmäßig! Wenn ich noch vom letzten Abend satt bin, esse ich nichts zum Frühstück! Ich gebe zu, gesellig ist das nicht gerade, aber ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Verhalten ein entscheidender Punkt zum Erfolg ist.
Ich hatte in dem Jahr einige Situationen, in denen ich doch zu festen Zeiten aß, da ich mich in Gruppen befand und nicht den ganzen Betrieb stören wolle – und schon blieb das Gewicht konstant!
Und das Prinzip bedeutet auch: Ich esse, wenn ich Hunger habe. Ich lasse es nie zu großem Hunger kommen, damit ich dann nicht völlig ausgehungert Mengen zu mir nehme, die eigentlich viel zu groß sind.

Und wie sieht das nun ganz praktisch aus?

Zum Frühstück esse ich oft sechs Eier mit etwas Speck vom Bauern (ja, ja, vom Schwein des Bauern:)) Alternativ auch mal Fisch oder Toos-Brot, was das ist könnt ihr hier nachlesen: http://blog.naurath.de/toos-brot/
Und es gilt: möglichst viel Abwechslung. Das ist nicht nur interessanter, sondern auch gut für eine ausgewogene Ernährung.
Bei mir kommt noch dazu, dass ich es sehr genieße, mir meine Speisen selbst zu braten oder zu backen. Ich hätte nicht gedacht, was das für eine große Bedeutung haben kann! Ich find’s toll!

Das Gewicht kontrollieren – oder nicht?

Kommt extrem drauf an, was für ein Typ Du bist. Für mich ist es eine Riesenfreude, wenn ich mich mit Leuten verabreden kann und dann sagen kann: „Ach ja, wir haben uns zuletzt vor 10kg gesehen“. Außerdem hilft es mir, mein Verhalten zu beobachten und zu sehen, wann der Köper abnimmt, und wann nicht. Hier solltest du aber vorsichtig sein und nicht voreilige Schlüsse ziehen – es kann so viele Gründe geben, warum die Gewichtsreduktion mal zum Stillstand kommt. Also Geduld mit sich haben und nichts mit der Brechstange erzwingen wollen.
Ich habe auch festgestellt, dass es öfter zum Stillstand des Gewichtes kommt, weil der Körper offenbar sagt: nun ist es mal gut – habe gerade heute gelernt, dass man das „Set-Point-Theorie“ nennt (http://de.wikipedia.org/wiki/Set-Point-Theorie) Wobei ich denke, es gibt nicht EINEN Set-Point, sondern mehrere.
Menschen, die sich den Wecker 10min vor- oder nachstellen, um morgens mehr Zeit zu haben, sollten das Gewicht erstmal nicht kontrollieren. Es gibt ja auch andere Indikatoren – z.B. der Bauchumfang – tägliche Messung halte ich für unnötig, aber alle 2 Wochen kann schon was zu merken sein.

Was passiert mit mir?

Die Effekte sind mannigfaltig. Das Körpergefühl wurde sehr schnell angenehmer. Auch wenn erst wenige Kilos purzelten, so war doch eine allgemeine Straffung und Festigkeit spürbar. Und dann die Power. Nicht ohne Grund schwören einige Ausdauersportler auf Paleo – ich kann gut verstehen warum.
Zu Beginn konnte ich nur schwimmen, weil ich für andere Sportarten einfach zu schwer war. Aber dennoch schaffte ich aus dem Stand und ohne Kondition 40 Bahnen à 25m und direkt danach 60 bzw. 80 Bahnen. Nach neun Monaten konnte ich dann mit dem Tanzen anfangen – oder besser ich musste! Diese Ernährung gibt mir so viel Energie, dass sie einfach abgearbeitet werden muss. Natürlich hilft das auch wieder beim Abnehmen. Das Tanzen halte ich für besonders gut, da es dabei viele Tempo- und Intensitätswechsel gibt – wie beim Jagen und Flüchten z.B.
Und der Geschmack ändert sich. Ich würze recht wenig bis gar nicht – mein Geschmack ist viel differenzierter geworden.
Außerdem stelle ich fest, das ich immer mehr auch vom Nuss-Brot wegkomme und immer mehr Kaffee weglasse. Das passiert ganz von allein.

Und was trinke ich?

Wasser, Wasser und Wasser. Ich trinke es aus der Leitung. Wasser ist ein Thema für sich – es völlig überteuert, in mit Phthalaten verseuchten, Plastikflaschen nach Hause zu schleppen, halte ich für kompletten Unsinn.
Ferner Kräutertees – am liebsten aus Omas Garten frisch gepflückt.
Kaffee und Direktsäfte erlaube ich mir auch ab und zu, mehr Kaffee als Säfte. Die enthalten zwar keinen Extrazucker, aber dennoch eben Zucker – also in Maßen, wenn es denn mal sein muss.
Keinen Alkohol – der fehlt mir ganz und gar nicht – ein Glück. Und ich habe das Gefühl, der Körper sorgt schon für sich selbst und schießt bei Bedarf die Endorphine und sonstige Hormone in die Blutbahn.

Genug Schlaf

Ich achte auf genug Schlaf – 7,5 bis 8 Stunden sollten es schon sein.

Und nun?

Ich werde weiter nach der Paleo-Diet leben – auch wenn ich mein Zielgewicht erreicht habe. in 346 Tagen habe ich 50kg abgenommen – wenn es bei dem Tempo bleibt, könnte ich im Mai am Ziel sein. Aber nicht vergessen: der Körper ist kein Automat – mal sehen wo die Reise hingeht.

Screenshot 2014-01-10 18.17.01

 

Toos-Brot

Von unserer holländischen Freundin Toos, haben wir folgendes Nussbrot-Rezept, das auch als Paleobrot durchgehen sollte, wenn man Mandeln und Haselnüsse als Paleo einstuft (habe ich so und so gefunden…)

Toosbrot

Toos(t)brot

6 Eier
2oo g Haselnussmehl (gemahlene Haselnüsse)
2oo g Mandelmehl (gemahlene Mandelnüsse)
oder einen Teil durch Kastanienmehl ersetzen
etwas Salz

Extras
Nach Lust & Laune ca.
Menge von etwa 200- 300 gr, sodass die Kastenform gut gefüllt ist
Cranberries
Pflaumen
Datteln
Aprikosen
Feigen
Walnüsse/andere Nüsse
Kokosraspel

Etwas Vanille aus der Schote, Rosenwasser oder Gewürze wie Zimt geben dem Brot eine andere Richtung

Besonders lecker:
Getrocknete Pflaumen, Walnüsse, Pecannüsse

Getrocknete Aprikosen, Macadamia, Kokosraspel

Getrocknete Datteln, Cranberries

Datteln, Feigen, Rosenwasser

Für herzhafte Variante
Karottenraspel, Saaten (Sonnenblumen, Hanf, Leinsamen…)
Getrocknete Tomaten, Zwiebeln, Kräuter, Knoblauch, Oregano…

Besonders lecker:
Karotten, etwas Muskat, Pfeffer

Zubereitung
Am besten Eier trennen und Eiweiße mit dem Salz fest zu Schaum aufschlagen.
Dann Eigelbe und Nussmehl hinzufügen.
Alles gut vermengen – nicht zu wüst rühren
Extras hinzugeben

Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden, sodass genügend Papier bleibt um die Ränder zuzufalten

Ca. 175°
35 Minuten abgedeckt
35 Minuten unabgedeckt (entfalten)

Gutes Gelingen! ☺

Und hier das ganze noch mal als PDF
Toosbrot-Rezept