Trophy moment + tears = Bliss

Andreas im Golo

Frühstück im Golo mit PB (gesprochen Piebie). Sie kümmert sich rührend um uns und ich darf Johns Brotscheiben mit Obst und Ahornsirup genießen. Andreas bekommt ein Omelett, das glücklich macht. Dann zeigt PB uns den Brief, den ich ihnen vor 1,5 Jahren geschickt habe. „It means a lot to him“, erklärt sie uns. Boah, das rührt. Den anderen Brief hätte er auch irgendwo. Dann kommen deutsche Touristen und PB stellt uns ihnen vor – sie sind aus Koblenz. Als ich rheinisch mit ihnen rede und sage, dass ich aus Bonn bin, bin ich im Ranking gestiegen. By the way –PB ist nicht die Abkürzung von Paula-Beth oder Patty-Boo, nein es steht für Peanut Butter – was für eine Liebeserklärung.

Dann geht’s ab nach Chestnutstreet.

Im Applestore entdecke ich eine Mathe App – Math Bingo, das ist was für meine Mathe-Legastenie und Frog Minutes verspricht im Grünen Insekten fangen, Frösche finden und füttern, während Andreas ominöse Adapter findet, mit denen alles mit allem kompatibel ist. Toll. Eine Mutter will sich bei der Beratung nicht stören lassen und drückt ihrem 1,5 Jahre alten Kind ihr iPhone in die Hand mit der Übersicht der letzten Fotos und gibt ihm dem Auftrag „See, if you can find Daddy“ und der Kleine greift selbstverständlich zu und fängt versiert an zu suchen. OMG. Was wird mit denen, wenn die zwanzig sind?!

Auf dem Weg zurück zum Hotel denken wir, wie spannend es wäre mal in die Wohnungen der Leute hier zu sehen. Wunsch abgeschickt, prompte Antwort:

Monika schreibt sie hätte heute Zeit, ob wir nicht nach Berkeley kommen wollten? Museum für 30$ pro Nase oder mal anderes sehen? Wir kommen. Navi-Susi leitet uns über die Brücke und wir sehen die Ausfahrt nach Yerba Buena, jener Ort, an den Hutchinson Hatch beinahe verfrachtet worden währe, wo Dr Shrink ihn in Empfang nehmen wollte, wenn ihn Professor Dr Dr Dr van Dusen nicht gerettet hätte (Insider für den Saub und alle Fans des Hörspiels).

Berkeley ist wirklich überzeugend. Wohngegend mit kleinen pittoresken Häusern, die irgendwie doch das Gefühl vermitteln, die meinen das nicht ernst hier, das sind nur Ferienhäuser oder Filmkulissen. Kaffee im Hippy Gypsy, wo wir von der Ladenmutter mit Peace Geste entlassen werden, nachdem der Sohn, ein echtes Hagrid Double, uns abkassiert hat.

Andrea vor dem Hippy Gipsy Fahradständer bestrickt

Dann treffen wir Monika in ihrem Appartement mit Katze und echtem 50iger Jahre Charme in der Küche. Sie führt uns zu einem netten Platz mit Essens-Trucks, wo organic aus aller Welt genossen wird. Es riecht verführerisch, aber wir sind auf Sushi eingestellt.

Die Berkeley roll ist in neongrünes Sojapapier gewickelt und schmeckt himmlisch. Dann sind wir gemütlich gequatscht und wollen zurück. Monika leitet uns noch zum Hafen mit Sonnenuntergang und dramatischer Wolkenkulisse.

Danach Bug Fix in Monikas Appartement– irgend was zwischen iPhone und Computer.

Es ist 22:30 Uhr und die Augen werden schwer. Wir verabschieden und herzlich mit dem Versprechen wiederzukommen.

Rückfahrt durch Mission District. Tagsüber so gut wie keine Homeless People. Nun im traurigen wahrsten Sinne des Wortes sind die Straßen von San Francisco hier gepflastert mit Menschen in Schlafsäcken. Ein bitterer Moment und definitiv kein Ort zum durchspazieren..

Nach alter Manier fünf Fotos, die ich nicht gemacht habe (siehe 2010):

  1. der quietschgelbe Thunderbird von 1969, frischgeputzt, der SF zu einem echten Themenpark macht
  2. das Pärchen im Auto, das Chips essend nicht fernsieht, sondern die Skyline von SF am Wasser von Berkley (man steigt zu sowas nicht aus und geht da etwa spazieren!)
  3. Ausfahrtschild nach Yerba Buena
  4. den witzelnden Verkäufer mit einer Frisur wie Tante Käthe (ehemaliger Fussballer), aber ausgewachsen, mit Schnurrbart UND Bundfaltenhose, wie er die XXXXL Hosen von Männern faltet, die seine Hose als Pulswärmer tragen würden
  5. das Plakat für den Tierwaschservice mit einem gezeichneten Doggy mit Schaum auf dem Kopf
  6. das anthrazit-lehmverputzte Haus mit einem Zaun, als würden dort Rehe im Vorgarten gezüchtet werden

Im Motel hat man uns erhört; wir haben doch wieder zwei – nein vier!-  Päckchen Kaffee für die Kaffeemaschine bekommen, offenbar hat mein Bezirzversuch bei der Reinigungskraft gefruchtet. Und drei neue kleine grüne Paradekissen sind auf dem Bett erschienen – warum auch immer. Die letzten beiden kühlen Biere vermischen sich mit der Sirene draußen. Nightynight, folks.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.