Kategorie-Archiv: travelogue

Hin zur Natur!

Stiepelse
Solche oder ähnliche Anblicke erhoffe ich mir in den nächsten zwei Wochen. Jetzt geht es richtig in die Natur. Mit dem Rad und Zelt durch Wind und Wetter. Bin mal gespannt, was mein Körper zu den äußeren Umständen sagt, wenn der normale Großstadtkomfort nicht mehr da ist. Und ich bin gespannt, wie es mit dem Essen wird – sammeln sollte ja gehen, und wo ich nun gelesen habe, dass sich unsere Vorfahren von Schnecken ernährt haben, bin ich schon gespannt, was so in die Pfanne kommt 🙂 Na ja – und wenn das verwöhnte Stadtkind in mir überhand nimmt, bin ich ja auch nicht aus der Welt. Evtl. gibt’s mal kurze Berichte von Unterwegs – wenn mein Solarpad funktioniert – erste Versuche waren eher frustrierend… Ab 08. September geht’s dann hier wieder richtig weiter…

America goes green, ade San Francisco und wie übersteht man sein Heimweh nach der Ferne, bevor man abgereist ist?

Aua, aua, bald ist unsere USA-Magie vorbei, die letzten 48 Stunden laufen. Was macht man in so einer Zeit? Action? Romantik? Heulen? Von allem ein bisschen, wie bei einem guten Eis.

Wie Versprochen stellen wir uns um 11 Uhr bei John ein, aber es stehen schon Wartende auf der Straße (remember: wait to be seated!). Ich gehe rein und lasse John wissen, dass wir um 13 Uhr wieder kommen werden und wir wandern wieder zur Union St. Der Franzose hat es uns angetan und ein üppigs, schweineleckeres Frühstück erwartet uns. Die Früchte! OMG (steht für Oh My God). Wer hier je eine Avocado gekostet hat, findet alles, was wir in D-Land bekommen fad. Ich bedaure jeden Kalifornier, der (lukullisch gesehen) in D-Land leben muss. Als hätte man einem die Zunge rausgeschnitten. Nie habe ich etwas für Honigmelonen übrig gehabt. Das, was hier auf meinem Müsli sitzt, wird mir das Leben in Europa erschweren.

Braune Servietten, grüner Waschservice, Emissionsfreier Bus, man gibt sich alle Mühe. Dennoch in SF gibt es einen blinden Fleck: den Heizpilz. Nach dem Motto „Heizen für die Welt“ ist es bei dem frischen Wind eine Wohltat darunter seinen Kaffee zu schlürfen. Ökologisch nicht korrekt, aber gemütlich. Genau so machen wir es, als wir John um eins besuchen. PB leitet uns aufs Patio. Oops, das war uns neu! Im Hinterhof ein 5 Tische Platz mit dem gemeinen Gartenzeltling, um Schatten zu schaffen. John wieder busy, aaaber glücklich. Er versorgt uns mit Kaffee, wir gestehen, wir hätten gefrühstückt, aber er fordert uns auf hier zu sitzen und die Aussicht zu genießen. Wir bloggen und schicken euch Texte. Nachdem die letzten Gäste gegangen sind, können wir noch ein wenig philosophieren. Auch hier unmöglich alles zu erzählen, aber in a nutshell: egal woher wir kommen und was mir machen: wenn es von Herzen kommt, sind wir alle gleich. Was für ein Abschluß!

Packen im Motel – puh, alles passt rein. Gute Nachricht. So was nun? Erst Salat oder Picknick am Hafen? Hach noch zu Ende bloggn. Gesagt, getan. Dann noch den Salat mit der zum vorerst letzten leckereren Avocado des Lebens.

Es windet. Also dicke Jacke an. Hafenspaziergang & Tschüss Skyline. Die Golden Gate Bridge verhüllt sich im Nebel, um keine Abschiedstränen zu zeigen. Dramatische Himmelsbilder – Shakespeare für die Augen.

Zurück zum Hotel? – nein. In den Bus, um noch ein Bier in Chestnut zu trinken.

Im Grove, das uns Monika aus Berkeley vor zwei Jahren gezeigt hat, noch einen Absacker nehmen. Wir philosophieren über das, was wir gelernt haben auf dieser Reise und uns erfasst uns etwas Eigenartiges. Wie in Worte fassen? Unmöglich! Die entzückende Bedienung bringt uns einen aufgewärmten Cookie (wie vor zwei Jahren/ Schauer), weil wir so süß sind. Sie ist berührt, dass das unser letzer Abend ist und sagt, wir sollen hierbleiben, wir würden hierher gehören. Das ist nun das dritte Mal, dass wir das hören. Puh…. Im Hintergrund fährt ein Skateboardfahrer seinen Doggie Gassi. Mann, was für eine Stadt. Noch ein Püramid oder Pairamid? Unsere Klugscheisser überlegen, wie es ausgesprochen wird. Egal.

Ich entsorge auf dem Rückweg mein Kleingeld bei einem Homeless. Im Hintergrund schlurft jemand, der mit perfekter Frisur und einem Päckchen unterm Arm seine ersten drei Wochen als Obdachloser erlebt. Er versucht noch elegant dabei auszusehen. Harte Kontraste, und damit meine ich nicht nur die Lichtverhältnisse. Wir machen uns auf den Rückweg. Hangeln uns von Busstation zu Busstation, weil noch 15 Minuten bleiben. Im Bus ( so sagt das Schild) werden Passagiere unter 18 Jahren mit Spraydosen und Eddings im Gepäck bestraft, übrigens steht auf einem anderen Schild, dass „your photographs & voice may be recorded“ – würde sagen, Facebook ist ein *** dagegen. Gleich „zu Hause“ Oops, nun habe ich es doch gesagt.

Nun ist Andreas auf der Jagd nach dem letzten Sixpack Rolling Rock, weil wir uns noch nicht mit schlafen beschäftigen wollen. Scheisse, sind wir in diese Stadt verknallt. Es kämpfen alle Selbste um Aufmerksamkeit: der Romantier, der Abschiede hasst, der Abenteurer, der hier ein neues Leben starten will,  der Trotzige, der am liebsten den Flug verpassen würde, der Vernünftige, der weiß, dass die Regeln befolgt werden müssen….

Keine Sorge wir kommen zurück, aber diese Reise wird Konsequenzen haben. Drei Lieder im Kopf – „Mendocino“, „Straßen von San Francisco“ und „All the leaves are brown….“ Mit einer Träne im Knopfloch: bye bye…und das Nebelhorn vom Hafen heult mit uns um die Wette.

Sinnliche Sause durch drei Welten

Sinnliche sause durch drei Welten

Kaloriensparfrühstück: Banane, denn heute sind wir zum Lunch verabredet. Doch zuerst geht es in den Mission District um Stoff für Silke zu suchen. Wir haben nicht genug Münzen für die Parkuhr und ich gehe in einen Juwelenladen, um zu tauschen. Die Tür ist verschlossen und wird durch einen Summer erst geöffnet als man mich wahrnimmt – nur ein weiterer Kunde im Laden. Ich bringe mein Vorliegen vor und die Verkäuferin holt extra eine Rolle Münzen, um mir weiterhelfen zu können. Wir geben uns eine Stunde für die Mission in Misson.

Die Mission ist sowas wie Neukölln mit mindesten vier Obdachlosen pro Straße mit einem über allem liegenden Duft von Urin und Mittagessen. Als wir bei einem Räucherstäbchenverkäufer vorbeikommen, und der Dauergeruch für einen Moment aussetzt, kommt mir der Gedanke, dass die Erfindung der Räucherstäbchen verschiedensten Zwecken diente und die Überdeckung der schlimmen Gerüche wohl das wesentlichste Merkmal darstellt. Unvergessener Anblick: eine ca 25 Jährige Obdachlose schiebt ihr bewegliches zu Hause (Einkaufswagen) vor sich her, perfekt pink gefärbte und toupierte Frisur. Eine Mischung aus Gothik und Punk, die in Kreuzberg ihresgleichen gesucht hätte.

Es reihen sich Pawnshops (Pfandleihen) aneinander. Eine seltsame Mischung aus Gitarren und Schmuck und Werkzeugen beherbergt als Abteilungen in einem Laden. Sie sind nicht vergittert, wie in manchen Filmen dargestellt, aber es liegt eine potentielle Überfallsstimmung in der Luft (oder ist das die Projektion meiner Vorsicht?). Ich denke an Frau Pospischil und frage nach Plektrons, die hier „Picks“ heissen. Ham wa nicht, aber jehene se mal gegenüba. So ungefähr die Antwort auf sanFranciscisch. Tatsächlich im nächsten Pawn werden wir fündig und der Verkäufer/Umtauscher/Pawnman mit fast-ZZtop Bart (nicht in der Länge aber Dichte) erzählt uns er sei in Hamburg geboren und sein Bruder dort verheiratet. (ein Stimmchen schreit in meinem Kopf „Story, alter!!“, aber wenn schon – war ein nettes Schwätzchen).

Dann gibt es einen frischen Donut für Andreas. Das Essen sieht gut aus, auch die Gemüseläden stehen unseren türkischen Märkten in nicht nach, haben nur mehr Kakteen im Angebot und heissen „Mi Ranchito“, grob übersetzt „Unsre kleine Farm“, hihi.

Der Stoffladen ist voll und riecht zur Abwechslung so muffig wie Deko Behrend, wer den kennt. Also den Geruch. Leider keine Markenstoffe.  Also wieder raus. Wir drehen noch eine kleine Runde, nehmen ein paar schöne Fotos von Häuserkunst mit und fahren zurück zum Motel. Kurzer Umzug – Sonnencreme. Ich sehe mittlerweile aus wie frisch aus dem Skiurlaub: blasse Augen und Stirn wegen dem Pony und die Wangen braun, so braun das eben bei einem Hüttenkäse wie mir eben geht. Herr Naurath hat keine Probleme in indischen Restaurants mehr, man ist nur über seinen Akzent verwundert. Die Lunchplanung gestaltet sich um, telefonieren ist hier unbezahlbar, deshalb simsen wir, aber der Hunger hat mich fest im Griff. Mit dem Bus nach Chestnut auf einen Cesars  Salad (Ich bin süchtig danach, aber den besten hat bisher Heike gemacht). Dann mit Bus & DingDing nach Chinatown. Auf einem Platz gibt es ein chinesisches Open Air Konzert. Dorrt sitzen ca 15 ältliche Herren und musizieren, während ein Herr und eine Dame die Gesangsparts abwechseln. Was es war und worum es geht, entzog sich unserer Kenntnis. Jedenfalls kam und ging man pinkeln, eine Bratsche später dazu. Offenbar ist es am Wochenende möglich ohne große Regeln mitzumusizieren. In unseren ungeübten Ohren war die Instrumentalisierung sowieso nicht beurteilbar. Die Familie stößt zu uns und wir beobachten die Kinder auf dem nahegelegenen Spielplatz. Sofort werden Bekanntschaften auf dem Klettergerüst gemacht. Ein 7jähriges Mädchen hangelt sich mit unglaublicher Eleganz und gelangweilten Gesicht die Sprossen entlang. Wir stellen fest, dass sie schon Sandalen mit 3cm hohen Absätzen trägt – Suri ist im Alltag angekommen. Vorfreude für kommende Orthopäden Generationen.

Dann ein bisschen Hügel rauf und runter mit dem über allem schwebenden Getrockneter-Fisch-Geruch und irgendwas Strenges, das mich an DDR Plastik von früher erinnert, aber irgendwie auch typisch chinesisch riecht. Vielleicht existieren die einstmals gemeinsamen Produktionsstätten heute noch…

Nach einer Weile gibt’s Kaffee auf dem Union Square mit Jazz im Hintergrund. Dann heisst es Abschied nehmen. Wir wollen nichts versprechen, aber vielleicht geht der nächste blog von Australien los…

Mit dem Bus zurück zum Motel. In drei Sprachen (Englisch, Spanisch, Chinesisch) werden Sicherheitshinweise per Ansage durchgegeben. „Sitze frei geben, aufpassen beim Aussteigen, Grafiittis melden, festhalten“. Mein kabarettistisches Gehirn entwirft 28.000 Ideen, was man den Fahrgästen noch so mitgeben könnte…

Abschluss am Abend: Sushi delight. Wir gehen in „unseren“ Lieblingsladen. (Der Kugelfischvorhang ist ein Insidergruß an Michéle). Die Serviererin erinnert sich lebhaft an uns (soweit das Japanerinnen können) und dankt, dass wir wiederkommen..Sie hatte beim letzten Mal Andreas’ Bier über ihr eigenes Tshirt gekippt und war untröstlich. Wir waren froh, dass sie vor Scham nicht auf der Stelle Harakiri begangen hatte. Um so schöner war es diesmal und auch unfallfrei. Nach einem vollkommenen Mahl der weiteren Bliss Kategorie wanderten wir sakeseelig zum Motel. Vorletzte Nacht. Ein bisschen zu müde zum Schreiben, ließen wir die letzten Rolling Rocks zum Fisch hinabgleiten und empfahlen uns unseren Träumen.

Kontraste und Erlebnisdichte – mehr geht nicht an einem Tag

Frühstück bei John, nach dem wir 20 Minuten angestanden haben, der Platz wird immer beliebter. John hat zu tun und wir wollen ihm nicht auf den Wecker gehen. Sonntag kommen wir wieder. Dann rin ins Auto zum Golden Gate Park. Hatte ich erwähnt, dass man beim Tanken Fernsehen gucken kann? WTF

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In der Academie of Science mit Erdbeben Experience:

Elektronik überall. Am Eingang werden keine Eintrittskarten mehr abgerissen, sondern gescannt und gepiept. Dann gleich zur Rumpelecke.

Man ist doch gewahr, dass das nächste Erdbeben kommen kann und wird. Die Ausstellung wirbt und prepariert für und auf Selbstschutz, Versicherungen und Massnahmen für Haus und Hof. In einem Haus simuliert man das Rumpeln. Wir erleben ein drittel der tatsächlichen Bebenzeit ca. 30 Sekunden. Aus dem Zusammenhang gerissen mag das kurz sein; wenn Du aber in einem Haus bist und nicht weißt wie lange das so gehen wird, währen dir Schutt und Staub auf den Kopf prasselt, ist das sicher eine andere Sache. Das Foto zeigt Andreas im Beben und ist NICHT verwackelt!

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Das Museumsgebäude ist riesig und endlich sind wir mal drin, was ja beim letzten Mal nicht geklappt hat, da konnten wir nur das spacige Dach von aussen bewundern. Wie um Himmels Willen finden wir die D.s? Als wir aus dem Wackeldackel kommen, wer sitzt draussen auf der Bank beim Picknick? It’s magic again! Die Baby-Straußen haben Sport draußen. In einem Gehege werden sie sanft geschoben und geknufft, damit sie nicht stehen bleiben und sich die Beinmuskulatur bildet wie auf einem Schild erklärt wirt. Sie selbst finden das albern und doof und „Schlaubi“ (der mit dem gelben Fussring) schafft es immer wieder die kürzeste Kurve zu gehen.

Dann in die Botanik-Bubble. Da fliegen auf drei Stockwerken die Schmetterlinge frei herum und landen manchmal 20cm vor der Hand auf dem Geländer. Ich fühle mich wie in einem Zauberland. Wir lernen, dass es einen Schmetterlingstyp gibt, der sich eine Lieblingsblume auswählt und sie jeden Tag besuchen kommt. Die Sorte heisst „Postman“. Auch Wissenschaftler haben Humor.

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Dann mit dem Fahrstuhl runter zum Aquarium in den Keller durch die Schmetterlingsschleuse, damit ja keiner flöten geht. Jetzt verstehen wir, dass wir unter dem Dschungelaquarium durchgehen und die Schildkröten zeigen uns ihre Unterseiten. Fischis in allen Größen und Formen ohne Ende. Dann ab ins Planetarium, wo uns nochmal in 3D die Verschiebung der tektonischen Platten vermittelt wird. Der Moderator erzählt uns alberne Planetenwitze zur Einstimmung und erklärt uns, wie sie langsam unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Seine charmante Art uns die Handys auszuschalten zu lassen wird unvergessen bleiben (keine Ironie!). Schlangenmanagement, Entertainment und Sicherheitseinweisungen sind einfach perfekt.

Zum Abschluss Pinguine füttern gucken. Auch hier ist strategisch mitgedacht worden. Was passiert, wenn 100 Kinder und Erwachsene zuschauen wollen? Drei Reihen sehen was, der Rest hat Pech. Nicht hier! Ein blaues Teppichquadrat markiert mit einem Meter Abstand zur scheib die Fläche (ca. 10×5 qm), auf der die Zuschauer sitzen sollen, somit ist noch locker Platz für drei weitere Reihen im Stehen. Die Biologin kommt im Neoprenanzug mit ihrem Eimer und Headset und vor der geschlossenen Scheibe steht die Moderatorin und erzählt, hält ein Schwätzchen mit der Biologin und sammelt Fragen ein. In Deutschland würde ein muffiger Wärter seinen Eimer Futter in die Hälse der ungelaunten Pings schieben. Hier haben irgendwie alle Freude, inklusive der Pingis, deren Fischmenge die Futtermutti im Hinterkopf mitschneiden muss, damit keiner überfüttert wird.

Wir treffen die D’s in der großen Halle (timing, timing, timing) und beschliessen noch eben schnell einen Blick in den Spieleladen zu werfen. Wen wundert’s, dass wir einen Parkplatz VOR dem Laden finden? Brettspiele ohne Ende. Munchkin in allen Editionen. Hinten im Laden wird gespielt. Das CableCar Spiel wurde – wir staunen- in Deutschland erfunden und produziert, (Verlag Queen Games) das suchen wir nochmal raus; ebenso Forbidden Island, das uns Andreas empfohlen hat, macht uns neugierig. Vielleicht muss ich denen mal mein Alice-Spiel anbieten?! Wir reissen uns los, widerstehen dem Kaufrausch und verabschieden uns von der Family. Heute soll die Comedy passieren.

Auf dem Weg die Karten abzuholen für die Show, rast ein Abbieger in unsere Bahn und Andreas vermag es mit einem Schrei und Bruchteil einer Sekundenreaktion den Wagen zu stoppen. Der Fastunfall hat alle Erschöpfung aus dem System vertrieben. So das hätten wir auch überstanden. Der Wagenlenker seiner beulenübersäten Hütte hätte bestimmt keine Versicherung gehabt. Knallwach parken wir und gehen zur Kasse des Venues. Als ich bezahle, sagt die Frau am Schalter sie heiße auch Andrea. Wir sind uns sofort sympathisch und freuen uns auf die Vorstellung in zwei Stunden. Da wir was trinken wollen, bringen wir den Wagen zurück zum Motel. Dort gibt es ein vorzügliches Abendbrot mit Bagel und veganem Eiersalat und Ceasars Salat Fertigsauce, einer Avocado und einer reingeschnippelten Tomate, dass man weinen möchte– ein Traum

Mit dem Bus sind wir in 4 Minuten in der richtigen Straße und 5 Minuten später in Cobb’s Comedy Club. Kasse-Andrea begrüßt uns am Eingang mit „Hi Andrea“, ihre Kollegen schauen neugierig und stempeln uns. Wir werden gefragt, ob wir in die erste Reihe wollen. Jaaaaa! Wollen wir. Bier und los. Der Host und Aufwärmer witzelt los und erzählt was das amerikanische Tabuherz hüpfen lässt: Alkohol und Sex. Seine mexikanische äußere Erscheinung ist ebenso Ziel seines Humors. Er kriegt in TV Shows als akzentfreier Schauspieler immer folgende Rollen: krimineller Koch, krimineller Drogenhändler oder krimineller Krimineller. Deshalb mache er nun Comedy. Nach Tipps wie man Frauen dated und in einem Parkhaus flachlegt, fragt er wer uns, ob wir ein Paar sind. Ich bejahe und er fragt wie lange. Ich antworte 18 Jahre. Er missversteht mich und fragt wo ich denn herkommen würde – ich kontere „Aim ä scherman wis an fränsch äkkzent“. Er in Schockstarre – die ganze Bude lacht. Er fragt Andreas wo er mich kennengelernt hat und ich antworte „in a parking lot“. Gelächter ohne Ende. Hach, es ist herrlich. Perplex der Mann auf den Bühne…. Wunderbar.

Die beiden Frauen Rachel Feistein und Loni Love, die den Mainact darstellen sind absolut spitze. Kann man hier nicht wiedergeben, aber wir haben Spaß ohne Gleichen und auch Love macht Witzle mit uns und zupft Andreas am Zopf. Das wäre etwas für die Fliedschn! Glücklich geht es durch windig-schweinekalte Straßen zurück.

Zum Abschluss noch ein paar blue corn tacos und zwei Bier und eine 20 minütige Werbesendung über „Insanity“ Body Shape Programm. Wer es schafft, innerhalb von 60 Tagen, und ein vorher-nachher Foto schickt, bekommt ein Tshirt mit dem Schriftzug Insanity. Check it out! Ich müsste dafür ein Tshirt bekommen, dass ich die Werbung überstanden habe und keine Alpträume in der Nacht.

Pilgramidge

Frühstück in South San Francisco.

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Narelle, Tirion, Yuroka und Andreas haben eine sehr familientaugliche Bleibe gefunden – 30 min von SF entfernt. Und es liegt auf dem Weg ins Silicon Valley wo es heute hingegen soll. Andreas hat sogar Folgers Coffee besorgt – Cineasten kennen natürlich die Verbindung zu Theodore Donald „Donny“ Kerabatsos aus Big Lebowski 🙂
Andreas hatte die wichtigen Punkte heraus gesucht und ich habe alles brav in meine Navi programmiert. Erst mal zu Apple. 1 Infinity Loop in Cupertino. Die Adresse, die zumindest früher die Default-Adresse eines neuen Mac war. Wirklich viel zu sehen gibt es eigentlich nicht, und da wir keine Apple-Leute kennen, kommen wir natürlich auch nicht auf den Campus. Wenigstens werde ich beim Kauf eines T-Shirts gefragt, ob ich ein Apple-Mitarbeiter sei – hihi.

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Ich habe bei den ersten drei U.S.A.-Besuchen nie den Weg nach Cupertino gefunden, da ich es immer für albern hielt, solche pseudoreligiösen Dinge zu tun. Ich glaube allerdings wirklich an Orte. Also gleich zum nächsten Markstein, der Garage, in der Apple mit Jobs, Woz und Ron Wayne ihre erste Adresse hatten. Ich habe das Haus schon so oft auf Bildern gesehen – und nun mal selbst davor. Wir verhalten uns möglichst leise, um die Bewohner nicht zu stören. Schon ulkig, in einem Haus zu wohnen, vor das sich immer wieder irgendwelche Spinner stellen, um sich fotografieren zu lassen 🙂

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Weiter zu PARC – hier haben sie die Maus und die grafische Benutzeroberfläche erfunden – und es sich von Steve Jobs klauen lassen 🙂

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Dann zum Friedhof, auf dem Steve Jobs liegt. Vor Ort fragen wir, wo sich das Grab befindet – die Familie möchte aber nicht, dass Fremde das Grab besuchen. Ich kann verstehen, dass kein Interesse besteht, das Grab zu einem Rummelplatz zu machen, auf der anderen Seite war ich schon an anderen Gräbern von berühmten Persönlichkeiten (Jim Morrison z.B.) und in der Regel achten Besucher die Ruhe der Toten.

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Auf dem riesigen Gelände ist es aussichtslos, das Grab zufällig zu finden und so verlassen wir diesen Ort wieder. Hier liegen übrigens auch noch Ron ‚Pigpen‘ McKernan (Grateful Dead) und Frederick Emmons Terman der Erfinder des Transistors sowie David Packard, das „P“ in HP. Und geht es zur der Garage, wo er und ein gewisser Bill Hewlett HP gegründet haben, was als Geburtsstunde des Silicon Valley gilt.
Vor dem Haus sind bereits drei Franzosen am fotografieren. Und hier ist auch tatsächlich ein Schild, das auf den Ort hinweist. Wir machen unsere Fotos, als ein Chinese völlig erschöpft vor das Haus joggte und uns fragte ob das hier die Adresse 367 Addison Av. sei. Wir bejahten und Andrea bot ihm an, ein Foto vor dem Schild zu machen 🙂 >>KLICK<< Und sofort schnappte er sich die Kamera, sah auf die Uhr, "I am late!" und raste weiter - er hatte etwas von dem weißen Kaninchen... 20120812-001729.jpg
Weiter zum Computer History Museum . Es ist 16:45 – und das Museum macht um 17 Uhr dicht – NA TOLL. Aber wie schon so oft auf dieser Reise, haben wir wieder mal Glück: Es gibt ein Konzert und daher ist das Museum heute bis 19:30 Uhr geöffnet. Super. Wir haben das ganze Museum für uns allein. Nur die Videobildschirme sind aus – weil die wahrscheinlich um 17 Uhr automatisch ausgehen. Ich sage zu Andrea: „Es ist super hier, nur schade, dass die Bildschirme aus sind“ – WOSCH – Sekunden danach gehen die Bildschirme an. Ich sage zu Andrea „Schade, dass wir keine 10 Millionen auf dem Konto haben“ – WOSCH, emm, nein, das hat bisher noch nicht funktioniert.
Das Museum ist wirklich klasse, bis auf die Tatsache, dass ich jede Menge von dem Zeug im Keller habe, was mich daran erinnert, wie alt ich bin. Ja, ich habe Pong noch für 50 Pfennig im Automaten in der Billiardhalle gespielt.

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Nun kann man es hier auf einem Digitaldisplay nachspielen.
Beeindruckt hat mich auch der Militärcomputer aus den 50er Jahren, der als riesiger Gebäudekomplex konzipiert war. Ein komisches Gefühl, mit einem vielfachen an Rechenleistung und -Kapazität in der Hosentasche und im Rucksack herumzulaufen.
Das Museum ist gespickt mit tollen Visualisierungen und interaktiven Spielen. Einfach schön gemacht. Diese Art der Wissensvermittlung begeistert. Ich muss an ein Museum in Berlin denken, in dem ein geschnitzter Kopf aus Holz in einer Vitrine stand – und als Beschreibung des Ausstellungsstückes stand dabei: „Kopf – Holz“ – ACH SO!!! Was für ein Kontrast – hier ist man umgeben von guten Ideen und Inspiration. Wir nutzen die Extratime fast bis zum Schluß aus – und sind am Ende wohlig erschöpft. Ein toller Tag geht zu Ende – wir wollten eigentlich noch zu einer Comedy-Veranstaltung, aber wir sind zu müde – na, dann eben morgen…

Rooftoprestaurant die Zweite, tausend Köstlichkeiten, 7 Folterschritte des Magens, 8 Zungenschmeichler oder ein Tag in Chinatown

Im Übrigen gibt es jetzt braune (organic!) Papierhandtücher auf manchen Toiletten. Ich liebe diese hauchdünnen Papiere, die man auf die Klobrillen legt, also keine Drapierkunst auf dem Lokus, mehr und hinterher- wuuusch, ab dafür, wir ersparen weitere Details…

Wir schauen bei John vorbei, aber PB hat Dienst und wir versprechen wiederzukommen. Bevor wir gehen, trifft sie uns mit San Franciscos Armor-Pfeil mitten ins Herz: „You have to move here, you just belong.“ Puuh! Little John ist überrascht, dass wir auch ihn gerne näher kennen lernen wollen, nicht nur seinen Vater und wünscht uns ebenfalls einen schönen Tag.Frühstück im Underground, weil das WiFi flutscht und der „Kaffe“ schmeckt und überhaupt.

Danach Klamotten bei BigBubbles zum Waschen abgeben.

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Heute fahren wir DingDing rauf und runter und schauen, wohin es uns verschlägt.

Im Büroladen auf dem Weg und zur Cable Car Station empfangen uns Kinder, die im Eingang auf dem Boden sitzen müssen. Keine Ahnung, ob die Lehrerin Rotstifte einkauft, oder sie eine Führung bekommen. Jedenfalls auch eine Möglichkeit sie daran zu hindern verloren zu gehen. Andreas bekommt das geliebte Drei-Loch-Schreibheft und dolle Schreiber.

An der Station sprechen wir mit einer Frau, die uns wärmstens den alten Friedhof in Presidio empfiehlt. Sie entschuldigt sich ein bisschen dafür uns einen Friedhof zu empfehlen, aber der Ausblick wäre klasse. Auch sie war schon in Heidelberg. Erstaunlich, wie viele Amis mal in Gudolddschörmanie waren.

Pflaster kaufen in der Pharmacy, die Hügel fordern ihren Tribut. Ein rundbuckeliger Öpi versucht wackelig seine Tagesration „Chocolate-Bars“ aus dem unteren Regal zu fischen – das Fach ist leer. Mehr Enttäuschung geht nicht auf einem Gesicht. Quote für die Cineasten: „Sometimes u eat the bar, and sometimes the bar eats u“. (Welcher Film? Wer es rät bekommt ein albernes Mitbringsel).

Ding Ding! Fahrtwind im Haar und über uns der blitzblaue Himmel (darf ich nur sagen, wenn es wirklich ein lupenreiner wolkenloser und ein wasweissichunterwelchenKonditionendasgilt-Himmel das ist!). Die gebogenen Dächer von Chinatown löcken. Wir springen ab und rein ins Getümmel. Unter alldem blöden Mist, den die Welt nicht braucht, gibt es auch andere Facetten. Heute ist Aktions- und Protesttag. An allen Ecken protestieren alt und jung. Sie musizieren, singen, meditieren, informieren. Beeindruckend, die fühlbare Dichte der Energie der konzertierten Aktion. Gelbe Tshirts und Flyer überall inklusive improvisierter Info-Box.

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Dazu die pittoreske Architektur und versteinerte Gesichter alter Chinesen, die die hässlichsten Sonnenschutze auf den Köpfen mit solch einer Würde tragen, dass man negieren möchte, dass es so etwas wie Bad Taste überhaupt gibt.

Dann der Höhepunkt: das einzige Balkonrestaurant des Viertels. Die Amis, die vom Klo kommen, frage ich, ob es gut war. Verstört beziehen sie meine Frage zunächst nicht auf das Essen, aber nach korrigierter, sinngemäßer Wiederholung ermutigen sie uns in den ersten Stock zu gehen. Und dann sitzen wir da: kaum einen Meter breit der Balkon, Andreas schafft es gerade an der Feuerleiter vorbei auf seinem Zwergenstühlchen Platz zu nehmen. Und dann aber entfaltet sich der ganze Zauber der Chinesischen Kultur. Waldorf und Stettler erfreuen sich an Szenen, die sich die Cohen Brothers sich nicht ausdenken können: Im Park sitzt eine Mann und begutachtet sein Knie, Touristenfänger schieben ihren Beute über die Straße ins Restaurant, uralte Steinstatuen schieben sich zentimeterweise durch die Straße, drei rosa Damen werden von einem müden Aktivisten mit den Augen verschlungen und ein Greis in goldenem wallendem Gewand mit traditionellem Kopfschmuck zieht seinen Trolley die Querstraße hinauf. Dubiose Waren verschwinden in einem Keller, die vorwitzige Taube, wir nennen sie „Züshiyo-gyuofan-wei-ho“, halten wir davon ab, unsere 7 Gänge der kleinen Zungenfolter zu entweihen. Alles sehr, sehr, schmackhaft und nicht ganz so exotisch wie die Mohnsuppe (siehe 2010). Der Glückskeks verspricht als Höhepunkt, dass demnächst eine tolle Nachricht kommen wird. All das passiert komprimiert in einer süßen Stunde intimer Zweisamkeit auf einem Balkon in Chinatown. Mal ehrlich, das ist doch unglaubhaft bis zum Abwinken! Wer will, mag eine Gegengeschichte erfinden…

Ausklang beim Indi. Was ist heute im Angebot? Es ist Happy hour und wir bekommen ein Token für ein zweites Bier. Immer wieder stelle ich fest, dass das „Häffeoueizen“ mehr nach Urinprobe, als nach Bier aussieht, aber es schmeckt besser ohne Zitrone. Diesmal fotografieren die Cable Carmänner die Touristen

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, ein Auto knutscht die Bahn, was aber niemanden interessiert, hinter uns haben zwei alberne Vollblond-Amerikanerinnen einen Lachflash und die Nachbarjungs treffen sich in der Abendsonne während ein Dude hinter uns einen Blues singt. Was will man mehr? Von hier oben sehen wir ein noch Hochzeitspaar, einen Wagenschieber, bei dem nicht klar ist was die Person mit dem Berg an Dingen vorhat. Homeless oder Business? Man weiß es nicht.

Rückfahrt mit der Cable Car 20 Minuten anstehen, ich fröstele und ziehe mir Socken an, während man meine professionelle „Layertechnik“ bewundert.

Mit den beiden Aussis in der Schlange quatschen wir über Packstrategien, Klamottenkauf und Tugenden des Zweitkoffertrends (sie hat so viel eingekauft, dass sie einen weiteren Koffer benötigt. Er fand das völlig lächerlich, weil man eh nur eine Zahnbürste braucht). Als er mich fragt, warum ich mit einem Mann unterwegs bin, der älter als ich erscheint, kontere ich, dass er mehr „Erfahrung“ habe und treffe den Nerv seines Humors und er antwortet begeistert „Shut up“. Ach, die Patriarchen sind eine Wonne. Nach dem sie uns mitteilen, dass sie so verärgert über die Sozialschmarotzer in Australien seien, entgegne ich:

„We are entering the world of politics“. Wir entfalten unsere dezidierte Haltung zu Bankenregenschirmen und erweitern ihren Horizont um eine Hutbandgröße. Dann ist es Zeit einzusteigen. Drinnen sitzen wir separat (ohne Waschräume) und schauen aus dem Fenster.

Man genieße folgende Szenerie:

Im Hintergrund sitzen bei offener Tür die schichtfreien Cable Car Männer und lesen Zeitung.

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Im Gebäude links daneben öffnet sich die Haustür und eine Familie tritt auf die Straße, den Blick ins Wohnzimmer freigebend auf viele leuchtende Dinge in rot. Ein asiatisches Geburtstagskind darf Wasserbomben auf das Haus werfen, aber sie prallen immer wieder ab. Ein Paar mit Kinderwagen schaut romantisch-versonnen zu, eine Passagierin der stehenden Cable Car steigt aus und hebt den heruntergefallenen Stoffhasen der Kleinfamilie wieder auf.

Mit dem Bus die Van Ness runter. Es gibt keinen Knopf um den Wagen anzuhalten. Wie geht das? Hm? Die ganze Klasse?! Eine Leine geht durch den ganzen Bus am Fenster lang. ZIPF– Wagen hält. Eine Stadt wo high tech und old school sich gute Nacht sagen. Noch ein klassisches Rolling Rock zum Verdauen. Bis morgen!

Ahhh..the great outdoors!

Frühstück in einem entzückendem französischen Café mit winzigen Tässchen und Leckereien ohne Cheese Baguette.

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Dann flanieren auf der Union. Eine Papeterie lockt in einen Hinterhof und es eröffnet sich eine Welt von wohlgestaltetem Sinn und Unsinn.

Was kann anderes auf einem Radiergummi stehen als UNDO oder ERASE?

Es gibt keine Zufälle. Auf dem Weg zum Hafen: in der ersten Woche haben wir Guerilla Gardening Fotos gemacht, nun treffen wir den Gardener. Er erklärt uns was er anbaut und der Stolz dringt aus allen seinen Poren. Neben den Kapitalisten und Homeless teilen sich auch Idealisten und Gutmenschen den Bürgersteig. Herrlich.

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Fisherman’s Wharf die Dritte mit Breakdance, weil die Tickets für Alcatraz der Aussies abgeholt werden müssen. Die Jungs sind absolute spitze und es macht Spaß sie anzufeuern. Mal hochgerechnet wie viele Shows sie am Tag machen, mal jeweils mindestens 40 Touristen mal Spende durch fünf- denkbar, dass die davon ernsthaft eine Weile leben können.

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Dann endlich zu Fuss zur Station der Cable Car:

Hügel rauf und runter , wunderschöne Häuser, Aussichten auf wahlweise Golden Gate Bridge, Wasser oder Stadt.

Nach 40 Minuten Anstehen endlich die Belohnung:

Hügel rauf und runter, wunderschöne Häuser, Aussichten auf wahlweise Golden Gate Bridge, Wasser oder Stadt (cut copy paste). Eine Franzosenfamilie ist vor uns und ich packe meine 17 Vokabeln aus. Nach ein paar Sätzen kollabiert mein Gehirn. Wrrtschrööbidöö….access denied…währenddessen fotofitze ich, bis der Arm mir lahmt.

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Hunger, wir schlagen die Aussichtsplattform vor und laufen los (siehe oben cut copy paste).

Leider ist die Sonne weg. Es gibt ein frösteliges Abendessen beim „Wilden Inder“ – die Schwaden schwaden fröhlich wie immer und drinnen steppt der Bär. Hühnchen für die Kinder, ominöses Puffreisgericht für mich. Wir verabschieden uns in verschiedene Richtungen.

Für uns bleibt ein letzter Gang zurück zum Motel. Als wir mit breiten Füßen und lahmen Beinen ankommen, können wir festhalten, ein Kurs Bauch-Beine-Po ist ein *** dagegen.

Ausklang mit amerikanischer Olympia Berichterstattung auf dem Bette mit Mandeln und Bier. Überall in der Stadt wird selbstverständlich die Glotze laufen gelassen, aber es werden natürlich nur die Amis gezeigt, maximal ein direkter Konkurrent. Hambüchen wird abgelöst und dann ist nur noch wohlig-erschöpftes Schweigen.

Don’t call it ‚Frisco‘

Auf der Fahrt nach SF machen wir noch einen Zwischenstopp in Santa Cruz, schoben uns unter Rollercoastern hindurch zum Strand.

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Eine nette Stadt beim Durchfahren, hier könnte man es sicher auch länger aushalten.
Santa Cruz schafft den Spagat zwischen Strand, Kirmes und ansprechendem mediterranem Flair.

Weiter nach SF. Van Ness Ecke Chestnut. Das Motel ist in viel besserer Verfassung als beim letzten Mal, was uns besonders freut, weil wir für eine Woche durchgebucht haben. Die Lage ist einfach super – viele schöne Orte sind zu Fuß zu erreichen, obschon auch hier oft der Bergsteiger gefragt ist. Die ein oder andere Blase befindet sich schon am Laufwerkzeug.

Zu den Wi-Fis werde ich noch mal einen extra Artikel schreiben – eine weitere Ausgabe der Serie „Herr, wirf Hirn vom Himmel“ B-knackt!

Abendessen im geliebten Wasabi und Ginger. Sushi satt mit Augenverdrehen und Seufzen der Blisskategorie – ein absolut wunderbares Sushi. Das musste natürlich umgehend wieder abgearbeitet werden. Also schnell runter zum Hafen. Was wir da zu sehen bekamen war allerdings nicht so toll: in Richmond ist eine große Erdöl-Raffinerie in Brand geraten und der giftige Schweif zog meilenweit über die östliche Bay Area.

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Wir schnupperten noch schnell in Fisherman’s Wharf herum und fanden dort einen Eisladen, in dem vor den Augen der Kunden, das Eis auf einem geeisten Steintablett zubereitet wird. War auf jeden Fall sehr lecker – das Abarbeiten des Sushi war damit allerdings obsolet geworden…

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Wir wurden noch bis zum Hotel begleitet – insgesamt ein entspannter Transfer-Tag.
Morgen geht es dann weiter mit der Cable Car…

I’m on my way to Monterey – Part II

Auf dem Highway war nicht die Hölle los und so hatten wir eine angenehme Fahrt in Richtung Monterey bzw. Salinas.

Der Dude und Walter Sobchak hätten ihre helle Freude gehabt, denn ich musste mal äußert dringend einen „Restroom“ aufsuchen und so landeten wir im In-N-Out-Burger in Oakland. Andrea wurde beim Bestellen angesprochen, ob sie ein Tagesangebot oder so extra haben wolle – der Serviceman mumbelte aber so herum, dass sie ihn bat, es zu wiederholen. „mmwantinmmbbuummnnnextra with your order?“ Emm, 100% so wie beim ersten Mal. Noch ein Versuch – FAIL wieder 100% genau so. Der Mann sollte Profi-Sprecher werden – jedenfalls kann er seine Sätze exakt wiederholen 🙂

In Salinas haben wir ein ganz gutes Motel erwischt, mit sehr schnellem Wi-Fi – allerdings sind Facebook und Twitter gesperrt, was aber mit den iPad-Apps umgehbar ist – SCHWACHSINN 🙂

Die Umgebung des Motels ist sehr mexikanisch geprägt, alle Schilder auf spanisch und in einem Laden versteht der Verkäufer aber auch gar kein Wort englisch. Nach dem Besuch der Monterey Coast Brewery kehrten wir noch beim Mexikaner Tapatio auf ein Bier ein. Wir hatten den ganzen Laden für uns allen. Zum Bier gab es auf’s Haus einen Salsa-Dip mit Natchos – und: EINE EXTREM LAUTE MUSIKBOX 🙂 Die wurde dann aber extra für uns leiser gemacht, obwohl wir gar nichts gesagt hatten.
Am nächsten Morgen dann ein absolut fantastisches Frühstück im First Awakenings mit einem extrem perfekten Service: der Typ war unglaublich aufmerksam und er hatte offenbar großen Spaß bei der Arbeit. Ein toller Start in den Tag.
Ab ins Monterey Bay Aquarium – wieder mal. Einige neue Dinge gab es zu entdecken, die Schwarmfische von Andrea (wo sie so schön die Richtung der Fischlies ändern konnte), gab es in der Form leider nicht mehr, dafür aber jede Menge Schwarmfisch-Becken.

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Der Strandausschnitt faszinierte mich wie immer, bestückt mit Vögeln, die verletzt aufgefunden wurden und nun hier wieder zu Kräften kommen sollen.

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Quallen und Seepferdchen waren eine Augenweide – und die Seeotter haben sich wieder vor mir versteckt 🙂

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Und am Abend dann ein tolles Jazzkonzert von Evenings by The Bay Sehr stimmungsvoll – muss in Berlin auch öfter mal ein Jazzkonzert besuchen.

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Eine Bleibe in SF zu finden stellte sich als sehr schwierig heraus. Uns war nicht so klar, dass es jetzt absolute Hauptsaison hier ist und alles knackvoll. Um flexibel zu bleiben wollen wir nicht im Voraus buchen – diesmal keine gute Idee. So sind wir wieder in Marina gelandet und Andreas & Co. in South San Francisco.

I’m on my way to Monterey

Online eine Bleibe in Monterey zu finden stellte sich als unmöglich heraus. Uns blieb nichts anderes als außerhalb eine immer noch sündhaft teure Unterkunft zu finden. Bei Moodys in Mendocino suchten wir wie wild und koordinierten uns auch noch mit Andreas und seiner Family, weil wir zusammen ins Monterey Bay Aquarium fahren wollen. Salinas wurde das neue Ziel, .ca 30 Autominuten von Monterrey entfernt.
Schnell noch getankt und los geht’s – ich konnte es nicht lassen und bin wieder mal die California One entlanggefahren, Serpentinen ohne Ende. Mit dem Motorrad muss das genial sein – uns kamen auch jede Menge Motorradfahrer entgegen.
Andrea entdeckte etwas, an dem ich vor zwei Jahren vorbeifuhr. Jurassic Park lässt grüßen, diese Baumschule wird von Dinos bewacht.

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To be continued…
Schalten Sie auch das nächste Mal ein, wenn Andreas einem dringenden Bedürfnis in Oakland folgt, eine weitere Brewery in Salinas angetestet wird, die drei As einer übergroßen Musikbox beim Mexikaner lauschen und der Aquariumsbesuch mit einem tollen Jazz-Konzert endet!